Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

DHM im Judo

Köln am 24./25.04.2012

Monate lang wurde dieser Jahreshöhepunkt geplant und daraufhin trainiert. Denn dank der Unterstützung des Sportzentrums der Universität konnten dieses Jahr sogar drei Busse zur Hochschulmeisterschaft nach Köln geschickt werden. Insgesamt starteten vier Mannschaften aus Magdeburg bei den Mannschaftswettkämpfen sowie vier Sportler die im Einzelwettbewerb ihr Glück versuchten.

Begeisterung pur
Wir sind EIN TEAM! Begeisterung bei den Magdeburgern.

Auch wenn am Ende nicht alle Medaillenträume in Erfüllung gingen, so konnten die Magdeburger wie auch in den letzten Jahren Werbung für den Judosport an der Elbe machen. So ist mittlerweile bekannt, dass das erringen einer Medaille nur über das bezwingen der Magdeburg möglich ist. Aber der Reihe nach:

Am Freitag starteten die ersten zwei Busse gen Köln. Nach einer zum Glück ereignislosen Busfahrt und der Ankunft an der Deutschen Sporthochschule in Köln durften die 18 Sportler dann das Organisationsdurcheinander in Köln erleben. Nach „nur“ zwei Std. waren dann endlich alle Formalitäten und Unklarheiten erledigt. Zu diesem Zeitpunkt war vor allem Sebastian Lehmann froh, sich nicht auch für die Einzelwettkämpfe gemeldet zu haben. Hatte er doch alle Ungereimtheiten nervenaufreibend auszubügeln, wobei, es sollte nicht der einzige Zeitpunkt bleiben … Nach einem eher gemütlichen Abend in Köln stellten sich am Samstagmorgen vier Sportler der Konkurrenz in den Einzelwettbewerben. Als erster durfte Max Stiller (bis 81kg) auf die Matte, in einer Gewichtsklasse mit mehr als 70 Startern, hatte er, zumindest auf den ersten Blick, Losglück und war mit zwei Freilosen ins Turnier gestartet. Bei genauerer Betrachtung jedoch konnte man feststellen, dass auf „seiner“ Seite der Kampfliste gleich vier heiße Medaillenanwärter standen und auf der anderen Seite nur zwei. Dennoch startete Max fulminant. In seinen ersten beiden Kämpfen benötigte er insgesamt weniger als eine Minute um seine beiden Gegner schwungvoll auf die Matte zu schicken. Auch seinen dritten Kampf konnte Max erfolgreich gestalten und siegte vorzeitig. Nun stand Max im Kampf um den Einzug ins Poolfinale. In diesem Kampf stand bis 20 Sekunden vor Ende nicht fest, wer eine Runde weiter kommt. Durch eine Unachtsamkeit lag Max schnell mit einer kleinen Wertung zurück konnte diese aber nach vier von fünf Minuten aufholen, indem er seinen Gegner derart dominierte, dass dieser zwei Passivitätsstrafen erhielt. Nun stand der Kampf auf Messers Schneide, beide Kontrahenten kämpften verbissen. Max schien der Stärkere zu sein, ein ums andere Mal attackierte er seinen Gegner, um eine weitere Passivitätsstrafe zu erzwingen und somit als Sieger die Tatami zu verlassen. Bis jene letzten 20 Sekunden angebrochen waren, Max versuchte erneut seinen Kontrahenten zu Fall zu bringen, dabei überdrehte er seinen Körper so sehr, dass er ins Hohlkreuz geriet und gekontert wurde. Eine weitere kleine Wertung für den Gegner war die Folge, diese konnte Max in den wenigen verbleibenden Sekunden nicht mehr aufholen. Da sein Gegner im Poolfinale wiederum unterlag, schied auch Max aus dem Wettbewerb aus. Als Randnotiz ist zu vermelden, dass Max nur eine Woche später den 2.Platzierten der DHM in einem Bundesligakampf klar dominiert hat. Leider kämpfte diese in Köln auf der anderen Seite der Wettkampfliste.

Auch der Leichteste im Bunde, Jörn Ahrens (-66kg), hatte ein Freilos in der ersten Runde. Jedoch traf er dann auf den ehem. Deutschen Meister und mehrfachen Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften D. Liebl. Nach ausgeglichenen Anfangsminuten und schönen Wurfansätzen beider Kämpfer folgte nun eine krasse Fehlentscheidung der Kampfrichter. Liebl versuchte Jörn nach einem missglücktem Wurfansatz über die Brust nach hinten zu werfen (Ura-nage), dabei drehte sich Jörn jedoch geschickt zu seinem Gegner hin und hakelte ihm das Standbein weg. Liebl fällt demnach samt Jörn auf seiner Brust voll auf den Rücken. Ein klarer Ippon (vorzeitiger Sieg) für Jörn. Leider sahen die Kampfrichter keine entscheidende Aktion von Jörn und gaben keine Wertung. Kurz darauf gelang es Liebl dann Jörn entscheidend auf den Rücken zu werfen. Da Liebl nach weiteren siegreichen Kämpfen im Poolfinale seinem dortigen Konkurrenten unterlag, war auch für Jörn der Wettkampf beendet.

Weniger spektakulär lief es bei den verbleibenden Magdeburger Startern. Raik Hofmann siegte zunächst mit einer schönen Technik vorzeitig gegen seinen ersten Kontrahenten, fand aber in seinem zweiten Kampf kein Mittel gegen die dominante Fassart seines Gegners und musste sich somit geschlagen geben. Dies bedeutete das vorzeitige Aus für Raik. Ähnlich erging es unserem Schwergewichtler Jasper Ignatow. Nachdem er im ersten Kampf einen schönen Sieg erringen konnte, musste er im Poolfinale gegen den fünft platzierten der diesjährigen Deutschen Meisterschaften aus Rostock antreten. Auch wenn Jasper optisch stärker aussah, konnte er seinem Gegner nicht beikommen. Dieser beförderte Jasper mittels seiner extrem langen Beine und einer Hakeltechnik voll auf den Rücken. In der Hoffnungsrunde verlor Jasper nach großem Kampf dann gegen den vormaligen Deutschen Meister der U20 H. Badeda. Somit schieden alle Magdeburger ohne Medaille aus dem Wettkampf aus. Dennoch sollte der Samstag nicht völlig erfolglos bleiben. In der „Outdoor-Staffel“ (vormals Bier-Staffel) traten fünf tapfere Magdeburger an, um ein Lebenszeichen aus Magdeburg zu senden und das gesamte Team, der dritte Bus war mittlerweile auch in Köln eingetroffen, auf die am Sonntag stattfindenden Mannschaftswettkämpfe einzustimmen. In der Besetzung Jörn Ahrens, Florian Fischer, Kai Plath, Sebastian Wulff und Max Stiller (im Bild v.l.n.r.) konnten die Jungs für gute Laune im Team sorgen.

Bierstaffel

In einem harten und langwierigen Wettbewerb, der sich bis in die Dunkelheit erstreckte, konnten unsere fünf Recken einen 3. Platz erringen. Schnelles Trinken, geschickte Drehtechnik im Wasserbassin, wieselflinke Slalomläufe und einer fulminanten Rutschtechnik auf der „Folienrutsche“  waren nicht nur großes Kino bei der Staffel, sondern auch schon erstes Indiz für eine ansteigende Form für die Mannschaftskämpfe am kommenden Tag.

Fans  max-rutsche
Wir hatten Spaß während die Jungs alles gaben. ;)

Nach der Feier des dritten Platzes und einem schönen Mannschaftsabend waren die Magdeburger am Sonntag die ersten, die die Mannschaftsquartiere verließen. Es war „Magdeburg-Tag“, denn seit 2005 gehören Magdeburger Teams immer zu den Medaillenanwärtern. Beim Frühstück war Allen eine gewisse Anspannung anzumerken, schließlich sollte es für einige der erste Wettkampf des Lebens werden, andere hatten vom Vortag noch eine Rechnung offen. Ausgerüstet mit dem Herzen großer Kämpfer und immer einer lautstarken „Horde“ Team Mitglieder als Unterstützung im Rücken, starteten alle vier Mannschaften erfolgreich in die Mannschaftswettkämpfe.

Im Bereich der Newcomer Frauen stellten sich vier mutige Magdeburger Damen dem ersten Wettkampf ihres Lebens. Leider waren nur vier der fünf Gewichtsklassen im Team besetzt, eine Dame bis 52kg ließ sich in Magdeburg partout nicht auftreiben. Hier hoffen wir, insbesondere im Hinblick auf nächstes Jahr, noch ein Teammitglied hinzu zu gewinnen. Sicher kann auch das gute Abschneiden der Damen in diesem Jahr dazu beitragen eine neue Mitstreiterin zu finden. Denn überraschender Weise haben sich die Magdeburger Damen (Hannah Conrady -57kg, Lisa Bergmann -63kg, Beate Schreiber -70kg und Nicole Schulzendorf +70kg) bis ins Halbfinale durchgeschlagen und mussten sich erst dort denkbar knapp mit 2:3 geschlagen geben. Im Kampf um den dritten Platz waren die Mädels dann aber wieder obenauf und konnten einen verdienten 3:2 Sieg einfahren. Große Jubelszenen und Freudensprünge waren die Folge, für alle mitgereisten ein sehr schönes Bild!

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von links: Lisa, Hannah, Nicole und Beate

Die erste Medaille für Magdeburg war sicher und die Mädels hatten bewiesen, „dass sie es voll drauf haben“. Unterdessen starteten auch die zwei männlichen Newcomer Teams und das Männer Team in der offenen Klasse in den Wettkampf. In allen drei Fällen schien es das Los mit den Magdeburgern nicht gut zu meinen. Newcomer Team 2 (MD 2) schoss dabei den Vogel ab, im ersten Kampf noch mit einer lösbaren Aufgabe bedacht (Aachen 2), die sie auch erfolgreich meisterten, wartete im zweiten Kampf der Sieger aus TU Dresden und Halle 2 auf unsere Kämpfer. Für MD 2 gingen folgende Kämpfer an den Start: Stephan Günther (-66kg), Paulus Grabs (-73kg), Jan Förster (-81kg), Kai Plath (-90kg) und Manfred Wisniewski (+90kg). Mit der TU Dresden setzte sich der Meister der letzten beiden Jahre gegen die mit Bundesliga-Ringern gespickte Mannschaft aus Halle durch. Leider konnte MD 2 die Dresdener auch nicht stoppen und unterlag knapp mit 2:3. In der Hoffnungsrunde setzten sich MD 2 gegen weitere 2 Mannschaften durch, bis sie im Kampf um den Einzug ins kleine Finale nach großem Kampf gegen Aachen 1 scheiterten. Somit stand ein 7.Platz für MD 2 zu Buche. Doch gerade hier gibt es noch Steigerungspotential, denn mit etwas mehr Erfahrung und Glück hätte der ein oder andere knappe Kampf auch zu Gunsten der Magdeburger ausgehen können und in einer besseren Mannschaftsplatzierung resultiert. Gerade MD 2 war enorm ehrgeizig und zeigte, dass mit Ihnen in Zukunft zu rechnen ist.

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Manfred, Kai, Jan, Paulus und Stephan (v.l.)

Das Newcomer Team 1 (MD 1)in der Besetzung Kay Claasen (-66kg), Miguel Vivar Perez (-73kg), Thomas Wuttke (-81kg), Max Drushinin (-90kg) und Jens Rechtenbach (+90kg) sollte mit Aachen 1 auch einen schweren Brocken im ersten Kampf bekommen. Fünf Grüngurte aus Aachen stellten sich unseren Männern, am Ende sprang dabei ein knapper 3:2 Sieg für MD 1 heraus. Ein erster Warnschuss an die fünf Magdeburger. Nach diesem hart erkämpften Auftaktsieg, lief der Motor von MD 1. Keine der folgenden Mannschaften konnte mehr als nur einen Punkt gegen MD 1 holen. So trafen sich im Finale der zweifachen Titelverteidiger der TU Dresden und MD 1. Gerade diese Dresdener Mannschaft war in den letzten beiden Jahren dafür verantwortlich der Magdeburger Mannschaft jeweils im Halbfinale eine knappe Niederlage zu verabreichen. Doch dieses Jahr drehten die Magdeburger den Spieß um. Nach dem Thomas seinen Gegner nach zirka 1 Minute mit einem herrlichen Wurf das Nachsehen gab, musste Miguel auf die Matte. Auch er beherrschte seinen Gegner und hätte durchaus die Magdeburger Führung auf 2:0 ausbauen können, leider fasste Miguel in die Hose seines Kontrahenten was seit zwei Jahren verboten ist. Somit wurde Miguel disqualifiziert und es stand 1:1. Dann ging Kay ans Werk. Mit viel Elan und dem unbedingten Willen Magdeburg in Führung bringen zu wollen, begann er seinen Kampf. Jedoch nutze sein Gegner eine kleine Unachtsamkeit um ihn entscheidend zu werfen, 1:2 für Dresden. Nun hieß es für die zwei verbleibenden Magdeburger unbedingt siegen zu müssen, um nicht zum dritten Mal in Folge gegen Dresden das Nachsehen zu haben. Was nun passierte war an Spannung nicht mehr zu überbieten. Max, der schon den ganzen Tag enorm konzentriert und engagiert zu Werke ging, schaffte das Kunststück seinen Gegner nach nur 4 Sekunden!!! voll auf den Rücken zu werfen, ein grandioser Punkt! 2:2 und Jens Rechtenbach musste es nun richten. In einem endloslang anmutenden Kampf über die vollen fünf Minuten schenkten sich beide Athleten nichts. Obwohl beide nach zirka drei Minuten dem langen Wettkampftag Tribut zu zahlen schienen und stehend KO wirkten gelang es keinem der beiden eine entscheidende Aktion zu setzten. Beide Kämpfer erhielten daraufhin eine Passivitätsstrafe. Jens der von 26 anderen Magdeburgern frenetisch angetrieben wurde und selbst seinem inneren Schweinehund wohl die ein oder andere Ohrfeige versetzte, konnte in der Folge etwas aktiver werden. Dies hatte unter lautem Jubel der Magdeburger eine weitere Passivitätsstrafe für den Dresdener zur Folge. Diese kleine Führung gab Jens bis zum Schluss nicht mehr ab und MD 1 sicherte sich verdient den Titel.

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Unsere Gold-Jungs v.l.: Jens, Thomas, Max, Kay, Miguel.

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Rechtes Bild: für viele der Gegner von MD 1 waren die Kämpfe früh beendet… hier wirft Thomas seinen Gegner nach nur 13 Sekunden voll auf den Rücken.

Zeitgleich zu den beiden Newcomer Mannschaften starteten auch das Team in der offenen Klasse in den Wettbewerb, auch sie sollten zunächst mit einem Freilos ausgestattet in Ihrem ersten Kampf gleich auf einen Mitfavoriten treffen. Osnabrück gewann seinen Auftaktkampf und war somit der Kontrahent für unsere fünf Kämpfer. Eben gegen Osnabrück musste das Magdeburger Team im letzten Jahr eine bittere 1:3 Niederlage einstecken. Hinzukam das gerade der Sportler der den einzigen Punkt für Magdeburg holte, Tony Hinze, dieses Jahr leider nicht zum Magdeburger Aufgebot gehörte. Mit dem Vorteil den Gegner zuvor kämpfen gesehen zu haben und der großen Portion Ärger aus den Einzelwettkämpfen erkämpften die Magdeburger (Jörn Ahrens -66kg, Sebastian Lehmann -73kg, Max Stiller -81kg, Florian Fischer -90kg, Jasper Ignatow +90kg) einen 3:2 Erfolg und zogen in die nächste Runde ein. Hier sollte Dresden mit ebenfalls 3:2 geschlagen werden, auch der nächste Mannschaftskampf gegen Aachen 1 wurde mit 3:2 gewonnen, wobei sich Jasper unglücklich an der Schulter verletzte und in der Folge des Turniers nur noch als lautstarker Antreiber dem Team zur Verfügung stand. Für Ihn rückte Raik Hofmann ins Team der sich mit seinen 73kg nun in der Gewichtsklasse bis 90kg tapfer zur Wehr setzte. Florian Fischer, eigentlich startberechtigt bis 81kg rückte ins Schwergewicht auf. Magdeburg stand nun zum dritten Mal in Folge im Halbfinale der DHM. Nun wartete mit der Uni Leipzig natürlich ein harter Brocken. Dennoch hätte dieser Gegner durchaus besiegt werden können, ja fast werden müssen. Leider verlor man diesen Kampf mit 2:3 äußerst knapp. Im Abschließenden Kampf um Platz drei trafen die Magdeburger wie schon im letzten Jahr auf Karlsruhe. Leider war auch dieses Jahr gegen Karlsruhe Nichts zu gewinnen und die tapfer kämpfenden Magdeburger unterlagen 1:3. Wobei alle drei verlorenen Kämpfe auch anderes herum ausgehen hätten können. Somit stand wiederholt nur die Blechmedaille für die Magdeburger zu Buche. Erwähnt sei es das Dresden, die man im zweiten Kampf besiegen konnte, auf der anderen Trostrundenseite einen 3. Platz erkämpfte. Wieder war viel mehr drin, aber wer weiß, vielleicht haben sich die Männer um Sebastian Lehmann für die DHM 2013 noch etwas offen gelassen. Denn nächstes Jahr werden sie wohl letztmalig in dieser Besetzung an den Start gehen können.

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v.l.: Florian, Raik, Max, Sebastian, Jörn      Rechtes Bild: Jasper in Action.

Mit einem Titel, einem 3. sowie einem 5. und 7. Platz, denn 3.Platz in der Outdoorstaffel nicht zu vergessen, kehrten die Magdeburger am Sonntag zurück. Viel wichtiger aber ist, dass sie auch mit neuen Freunden, schönen Erlebnissen und einer tollen Stimmung nach Magdeburg zurückkehrten. Es war wieder eine Freude ein Teil der Mannschaft und dem Abenteuer DHM Judo gewesen zu sein. Bei einem gemeinsamen Abschlussgrillen am 30.05 endet dann unsere Unternehmung DHM 2012.

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MD-City is in da House! ;)

Sebastian Lehmann

 

Letzte Änderung: 09.03.2019 - Ansprechpartner: Webmaster