Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

DHM Rudern

München am 20./21. Juni 2015

Fünf Boote und dreimal so viele engagierte Ruderer, größtenteils aus dem Anfängerbereich, konnten endlich bei der lang ersehnten DHM auf der Olympiastrecke in München loslegen.

Bei der Distanz ließ uns das Reisetempo durch den Bootshänger - mit Tempo 80 stets auf der rechten Fahrspur - in einen spürbaren Jetlag fallen. Die Autogruppe hatte in der Zeit jedoch schon eine Zeltstadt direkt an der Strecke aufgebaut, die nur noch durch Bierzeltgarnitur und regensicheren Pavillon mit ästhetischem Lichtschlauch vervollständigt werden musste. Regensicher - das musste sein, denn gleich mehrfach regnete eine dunkelgraue Wolkenfront über uns ab.

Noch am Abend gingen die Teams von Samstag auf´s Wasser. Die Strecke war der Wahnsinn. Wenn man die normalen Bedingungen auf unserer zweifelsfrei wunderschönen Elbe in Magdeburg gewohnt ist, kommt einem das künstliche, wellenfreie Becken auf dieser Strecke in München wie eine glatte Eisschicht vor, auf der man problemlos dahingleiten kann. Folglich war die Begeisterung beim ersten Training zu spüren.

Frauenvierer
Linkes Boot auf Bahn 8 mit Stephanie, Lisa-Marie, Lisa und Anne

Am nächsten Morgen sollte es früh auf die Strecke gehen, da um 9 Uhr die ersten Rennen stattfanden. Wir von der OvGU Magdeburg gingen am Samstag mit drei Vierer an den Start: ein Frauenvierer mit Anne Bergerhoff, Lisa-Marie Reinhardt, Stephanie Müller sowie Lisa Wunderlich (BA Riesa) und jeweils in den Novice-Rennen ein Frauen- und Männervierer mit Steuermann. Der Männervierer durfte als erstes ran. Steuermann Oliver Türschen war einer der lautesten im Rennen und jagte Bjön Gayda, Hannes Bennecke, Jan Hollendung und Michael Finger über die 500m-Diszanz. Neben manch muskelbepackten und langjährigeren Riesenruderern musste der Umweg über den Hoffnungslauf genommen werden, um eventuell noch das Halbfinale zu erreichen. Das gleiche Los zogen der Frauenvierer um Isabell Fritz, Neele Rinkleff, Antje Wilck und Kathatina Eick, die sich gleich eine der Trainerinnen Valerie Högerle als Steuerfrau ins Boot holten. Während des Hoffnungslaufs legten wir im Männervierer einen guten Start hin und lagen mit vorne, konnten aber im weiteren Verlauf die Platzierung nicht halten. Selbst von Land aus, wo meistens die Magdeburger Trainer mit dem Fahrrad nebenherfuhren, war schwer auszumachen, ob es zu Platz 3 und somit zum Halbfinale gereicht hatte oder wir knapp durch Platz 4 ausschieden. Letzteres war leider der Fall. Kurz danach erreichten unsere Frauen die gleiche Platzierung und beide Teams konnten damit immerhin den Nachmittag nutzen, den Rennvierer der offenen Klasse anzufeuern. Auch dieser musste durch den Hoffnungslauf und verteidigte im B-Finale immerhin Platz 10. Nach den Rennen hörte der Regen freundlicherweise auf und die noch ausstehenden Rennteams konnten sich im Training auf der Strecke probieren.

Wir ließen den Abend fröhlich ausklingen, bauten den Grill auf, aßen genüsslich und taten uns mit den anderen Universitäten zusammen. Abends gab es auch noch die Siegerehrung und eine kleine Zeltparty. Wir selbst verbrachten den Sonnenuntergang auf den Stegen, hatten Spaß satt und stellten einmal mehr fest, dass wir eine richtig lustige Truppe sind.

Sonntags fuhren unsere beiden erfahreneren Ruderinnen Stephie und Valerie Einer. Im Novice-Bereich stand heute der Mixed-Vierer auf dem Programm, vertreten durch Daniel Gundlach, Robert Schirmer, Isabell Fritz, Neele Rinkleff und Steuerfrau Antje Wilck.

Mixedvierer2
Mixed-Vierer mit Antje, Daniel, Robert, Isabell und Neele

Der Mixed-Vierer startete im ersten Rennen im ersten Lauf pünktlich morgens um 8 Uhr. Die Schlagzahl war etwas übermotiviert und schnell, sodass die Rudertechnik etwas kreativer wurde. Zwar war die Zeit recht gut, trotzdem war wieder der Hoffnungslauf das, worauf wir unsere Hoffnung setzten. Dieses Rennen war großartig: Trotz schlechtem Start kamen wir wieder an die Spitzengruppe heran und erkämpften uns unter antreibendem Fangesang einen guten dritten Platz. Damit konnten wir im C-Finale um die Plätz 13 bis 18 kämpfen. Wieder machte es die Mannschaft zwischen dem dritten und vierten Rang spannend, erreichte nach einem tollen Rennen ersteres uns somit in der Gesamtwertung Platz 15.

Stephie profitierte im Fraueneiner davon, dass vier Ruderinnen abmeldeten und alle verbleibenden gleich im Finale starten konnten. Sie war damit die einzige aus Magdeburg, die keinen Hoffnungslauf mitnahm. Gegen ein starkes Feld, unter anderem einer Universaden-Nominierten, ging es dann darum, den Abstand möglichst gering zu halten. In einem beherzten und klasse Endspurt zeigte sie ihre Souveränität.

Valerie musste im Vorlauf des Leichtgewicht-Fraueneiners unter anderem gegen die Vorjahressiegerin antreten und fuhr taktisch ruhig, um sich die Kräfte für den Hoffnungslauf aufzuheben. Als Rennbootfahrer war eine Strecke von 1000m zu bewältigen. Nach 700m lagen vier Boote weiter eng zusammen, dann ließ Valerie aber einen Endspurt los und erfüllte sich ihren Traum vom A-Finale. In diesem selbst fuhr sie dann auch noch um Bronze mit, angefeuert von allen übrigen Magdeburgern an der Strecke. Die Plätze 3 bis 5 gingen innerhalb einer Sekunde über die Ziellinie, Platz 5 für Valerie.

Wir Anfänger waren alle das erste Mal bei einer DHM und von der ganzen Veranstaltung total begeistert. Wir waren dabei, lernten unsere eigenen Leistungen einzuschätzen und sammelten Rennerfahrung. Natürlich ist unsere Technik und Professionalität noch sehr ausbaufähig, jedoch sehen wir uns im nächsten Jahr sicher wieder dabei. Mit erst wenigen Wochen oder Monaten Rudererfahrung können wir absolut zufrieden mit unseren Ergebnissen sein! Auch und vor allem hat uns die Zeit neben den Wettkämpfen sehr gut gefallen, da wir uns persönlich so gut miteinander verstehen und unsere Lachmuskeln fast mehr Muskelkater bekommen haben als unsere Arme. Zusätzlich haben wir den Ehrgeiz aufgebaut, das nächste Mal vorne mitzufahren und Magdeburg als den wahren Schreckensgegner zu vertreten.

Großer Dank geht an die Organisation und Planung vor allem an Valerie Högerle und Stephanie Müller, die sich trotz der eigenen Rennen durchgehend für uns Anfänger einsetzten, korrigierten und betreuten. Ebenfalls danken wir dem Sportzentrum der OvGU Magdeburg für die Übernahme der Hauptpunkte Meldung und Transport. Weiterer Dank geht an Matthias Schneider als Fahrer unseres Hängers, der uns und die Boote sicher von Nord nach Süd und zurück steuerte.

Bis zur nächsten Aktion unserer Uni-Ruderer aus Magdeburg!

Jan Hollendung & Valerie Högerle

 

Letzte Änderung: 09.03.2019 - Ansprechpartner: Katrin Holz
 
 
 
 
Mixedvierer
Mixed-Vierer: Antje Wilck, Robert Schirmer, Daniel Gundlach, Neele Rinkleff & Isabell Fritz